Miss Spirituell

Darf ich vorstellen? Miss Spirituell.

Sie hat mich schon an viele Orte gebracht, die großartig waren. Sie hat mir viele wunderschöne Erfahrungen beschert. Sie hat mich ein neues Miteinander mit Menschen erleben lassen. Sie hat mir viel neues Wissen ermöglicht und meinen Horizont erweitert. Durch sie habe ich wieder Kontakt mit mir selbst aufgenommen, fühlen gelernt, beobachten und erklären, was ich bei mir und anderen sehe. Und auch hat sie mich über meine Grenzen gehen lassen - im Guten, wie im Schlechten.

 

Meine Miss Spirituell ist sehr weise, liest viele schlaue Bücher und lernt gerne neue Methoden zur Selbstheilung. Sie macht gerne Yoga, meditiert, lässt sich an mystische Orte leiten und erkennt die Fehler der Anderen und ihre eigenen. Sie ist klug, weiß auf alles eine Antwort und kann Energien sehen. Sie fühlt sich gerne, sucht in allem einen Hinweis auf ein Thema, um damit zu arbeiten. Sie will ständig an sich arbeiten, besser höher und spiritueller werden. Dabei vergisst sie gerne mal den Menschen, der nicht so mitkommt. Der hinkt dann hinterher, versucht auf sich aufmerksam zu machen (was dann als Themen tituliert wird) und weiß manchmal nicht, wie ihm geschieht.

 

Versteht mich nicht falsch, ich mag meine Miss Spirituell. Sie hat mir viel ermöglicht, dank ihr konnte ich großartige Erfahrungen machen. Und schlussendlich war sie und ihre Neugier es, die mich auf meinen Weg gebracht hat. Und doch sitze ich nun hier und frage mich, was das alles soll. Will ich das Leben so, wie es gerade ist, wirklich? Wollte ich überhaupt hier sein? Und was zum Henker soll der Quatsch mit Resonanz und so. Doch weiter zu meiner geliebten Miss Spirituell.

 

Sie hat tolle Bücher entdeckt, Blogs und Webseiten, Musik, ... ihr könnt euch sicher euren Teil denken :)

Dabei habe ich vergessen, dass ich auch ein ganz normaler Mensch bin. Ich habe meine Kindheit und Jugend verdrängt. Also zumindest das, was mir Freude gemacht hat. Übrig blieben verängstigte Kinder, Themen an denen ich ja arbeiten muss und immer nur eine schwebende Welt, die nicht wirklich mit meinem Alltag übereingestimmt hat. Vor allem bei der Musik und Büchern ist es mir aufgefallen: ich habe nur noch gehört und gelesen, was mir als spirituell genug erschien. Liebevoll sollte es sein und mich auf meinem Weg weiterbringen. Was mich sonst noch interessiert oder berührt hat ließ ich außen vor. Als Kind und Jugendliche liebte ich Punk, Metal, Gothic und alles, was mögichst hart und mit Wumms klang. Ich weiß noch genau, dass ich als Kindergartenknirps die Musik vom großen Bruder meiner Freundin viel besser fand als das, was im Radio lief. Der hat "Die Ärzte" und "Die Toten Hosen" gehört. Das ging ja mal gar nicht! Also, sowas rockiges und lautes - ja seeehr unspirituell ... :)

Wisst ihr wie befreiend es für mich war mir zu erlauben wieder "meine Musik" zu hören? Punk, Metal, worauf ich eben Lust hatte. Besonders gerne im Auto möglichst laut und mitsingen. Das kann so gut tun! Am Anfang kam es mir wie etwas Verbotenes vor, weil ich dachte, dass ich mit meiner Vergangenheit abgeschlossen hatte. Und plötzlich zeigte sich, dass ich die Musik immernoch mag (um mal bei dem Beispiel zu bleiben). Heute weiß ich, dass jedes meiner inneren Kinder für immer bei mir ist. Darunter eben auch die, die so gerne rockige Musik hören. Und ich liebe es!

Für mich ist es wichtig in jedem Moment zu schauen, was ich brauche. An manchen Tagen darf es Rock sein, an anderen Tagen Jazz und wieder an anderen Tagen hole ich die besonders liebevolle Musik hervor. Je nach Gefühlslage, Bedürfnissen und Sensibilität. So bekommt jeder Teil in mir, was er braucht.

 

Danke, Miss Spirituell, dass du Teil meines Lebens bist.

Magst du deine Miss / deinen Mister Spirituell auch? :)

 

In Liebe
Mandy Nina Mariposa

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