Mein Silvester

Altes Jahr, neues Jahr.

Altes Jahr? ich versuche mal in Worte zu fassen, was bei mir zum Jahreswechsel los war. Es hat sich vor allem der Teil gemeldet, der total überfordert ist, der auf dem Zahnfleisch läuft und sich schützen will. Dann der Teil, der mit anderen den Jahreswechsel feiern wollte. Vor allem wollte ich mit meinem Partner feiern. Also hab ich das beschlossen, mit meinem Partner zu feiern und ein paar anderen lieben Menschen. 

 

Schon vor ein paar Wochen habe ich gespürt, dass ich Silvester alleine feiern will, ganz ruhig und mich auf meine Art vom alten Jahr verabschieden und das neue Jahr zu begrüßen. Wenn ich heute auf gestern Abend und heute Nacht zurückblicke ist es genau das ... es war MEIN Jahreswechsel.

 

Richtig in Partystimmung war ich nicht, dafür hatte ich zu viel Sorge, dass sich die Anteile melden, die an Silvester immer schlimm Heimweh hatten und ich weinend irgendwo sitze, weil Silvester mich einfach so sentimental macht. Ich habe mich nett mit dem einen oder anderen unterhalten, war grundsätzlich aber eher still und hab mehr zugehört. Dann fing mein erstes Urteil über mich selbst an, weil ich zu viel gegessen habe. Erst zu viel vom Deftigen, dann zu viel Kuchen. Dabei finde ich mich ja schon dick genug. So. Dann hab ich mich verurteilt, weil ich nicht so mitgefeiert habe, wie ich dachte, wie es sich gehört. Dann hab ich mich verurteilt, weil ich mir eine Auszeit nehmen will, wenn in 2 Wochen mein Jahresvertrag ausläuft und ich erstmal arbeitslos bin. Und das, so dachte ich, kann ich ja nicht einfach so den anderen mitteilen, was sollen die denn denken. Dann dachte ich, meine schönen Pläne mit weniger Stunden in der Woche zu arbeiten wären zerstört, weil die Gastgeberin mir auf meine Frage hin gesagt hat, was eine Arzthelferin so verdient. Die Frage hatte ich gestellt, weil ich in etwa 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch bei einem Arzt habe, der mir einen Job in seiner Praxis angeboten hat. Da hatte ich weder mit ihm gesprochen, noch wusstse ich, ob ich da überhaupt arbeiten will, ich dachte ich hole mir mal Informationen ein. Daraufhin hab ich gedacht, dass mein schöner Plan hinüber sei, mit meinem Partner zusammen zu ziehen, weil ich ja dann nur so mickrig verdienen könnte und ihm nicht auf der Tasche liegen will. Daraufhin kamen die Gedanken, dass ich ja nicht weiß, ob wir überhaupt zusammen ziehen. Und schon war ich bei den Gedanken über meine Verletzungen durch andere Menschen und die Verletzungen meines Partners und ob wir uns wirklich vertrauen lernen, weil wir eben gebrannte Kinder sind. Und schon war ich so emotional, dass die Frage meines Partners, ob alles ok sei, mich zu Tränen gerührt hat. Er ist wirklich einfühlsam ... damit saß ich dann frustriert, weinend, traurig, verzweifelt und mit scheinbar zerstörten Zukunftsplänen im schummrigen Wohnzimmer der Gastgeber, nebenan die Party in der geräumigen Küche. Ich war gleichzeitig so traurig und wütend auf mich selbst. Dieses Verhalten, bei Partys weinend irgendwo zu sitzen, andere damit zu nerven, das kenne ich schon von mir. Das hab ich als Jugendliche bei fast jeder Party so gemacht. Nicht bewusst, es geschah einfach. Vor ein paar Jahren hat ein Bekannter von damals mir gesagt, dass er und einige Andere wohl schon fast genervt waren, wenn sie mich weinend gesehen haben auf einer Party. Autsch.

 

Ich habe zu Mitternacht mit angestoßen, zum Böllern bin ich nicht mit raus, weil ich das nicht wirklich mag und auch ein wenig allein sein wollte. So saß ich mit 2 süßen Hunden auf der Couch und habe es genossen die Hündin streicheln zu können. Gegen 1 Uhr früh sind wir gefahren, ich immernoch in meiner traurigen Stimmung. Deswegen wollte ich eigentlich Silvester Zuhause feiern. Damit mich nicht alle so sehen, wie schlecht es mir geht. Ich habe mich in den Schlaf selbst-bemitleidet, dachte was soll das alles und was wenn ich das alles nicht schaffe? Lauter solche Gedanken.

 

Ich weiß nicht genau, wann ich das Gefühl hatte, nicht alleine zu sein. Als hätten die Engel, Gott oder meine Seelenfamilie ihre Präsenz verstärkt und ich wusste, dass ich Umsorgt bin.

 

Heute Morgen bin ich kurz aufgestanden und als ich mich nochmals hingelegt habe, habe ich diese Präsenz nochmal deutlicher gespürt. Es war wie eine Einladung meinen Ballast in Gottes Hände zu geben. Wie eine liebevolle Einladung mich in Gottes Hände zu geben, die Liebe zu spüren und zu wissen, dass ich all meine Anteile, Fragen und alles nicht alles selbst lösen muss. Als wäre schon alles gut, wie es jetzt ist. Als wäre das auch überhaupt nicht wichtig, irgendwas zu lösen.

 

Ich habe gespürt, wie sehr in mir der Glaubenssatz verankert ist, dass ich mich verbessern müsste. Ja, ich weiß, dass ich die Macht habe, mich zu verändern, meine Welt liebevoller zu gestalten. Aber will ich das jetzt? Will ich auf Biegen und Brechen was erreichen, von dem ich denke, dass es jetzt "dran" ist? Oder will ich mich um das kümmern, was jetzt tatsächlich hier ist? Was jetzt im Bereich meines Möglichen liegt?

1. Gut zu mir sein.

2. Meinen Job gut machen, bis er in 2 Wochen zuende ist.

3. Meine Beziehung zu genießen, wie sie jetzt ist. Weil sie jetzt genau so ist, wie mein Partner und ich sie brauchen. Und selbst wenn wir erst in Monaten oder Jahren zusammen ziehen - oder nie, weil es nicht das Richtige für uns ist? Jetzt ist es so, wie wir es brauchen.

4. Die Zeit mit meinem Kater genießen.

5. Mich bewegen.

6. Mir überlegen, was ich in einer Arztpraxis so machen will und träumen, ob ich nicht vielleicht sogar bei den Eurhythmie Stunden mitwirken kann oder bei anderen Sachen, die der Arzt vielleicht anbietet. Schließlich weiß ich ne ganze Menge und liebe diese Anthroposophische Lehre, die der Arzt vertritt, der mir den Job angeboten hat. Ich kann frei und wild träumen.

 

Und ich finde, das ist schon eine ganze Menge, die ich Jetzt für mich tun kann. Immer dabei, mit jedem Atemzug, die Liebe Gottes.

 

Mein Vorsatz für 2018: die Unterstützung annehmen, die mir durch Gott, die Engel, meine Seele, Mutter Erde und Alles zu Teil wird. Mich lieben, zurücklehnen und einen Schritt nach dem Anderen ... meine Drama Queen nehme ich gerne mit. Sie ist ein wichtiger Teil von mir.

 

Amen

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea (Samstag, 10 Februar 2018 17:20)

    Danke für das Teilen Deiner Gedanken und Deines wunderbaren Vorsatzes für 2018 �