Abschied

Abschied. Für viele ein heikles Thema, sie wollen es verdrängen, nicht wahrhaben oder am Liebsten gar nicht erst damit auch nur irgendwas zu tun haben. Bei mir stand ein Abschied vor der Tür, von meinem Job, den ich 1 Jahr lang ausüben durfte. Es war ein guter Job, ein tolles Team und ich habe erstaunlich viel gelernt. Erstaunlich für mich, da ich meine Intelligenz bisher versteckt habe, mich dumm gestellt habe und manchmal noch tue ... :)

 

Die ganze letzte Arbeitswoche habe ich gespürt, wie mein ganzer Körper, mein komplettes System mit Loslassen beschäftigt war. Nierenschmerzen, viel trinken, melancholisch sein, wehmütig das beobachten, was ich letzte Woche noch hatte. Ich habe es wirklich genossen dort zu arbeiten und bin nach wie vor Dankbar für die Chance, die meine Chefin mir ermöglicht hat. Sie hat beim Vorstellungsgespräch für einen ganz anderen Job meine Offenheit bewundert und fast nur daran ausgemacht, dass sie mich gerne in eine Abteilung stecken möchte, die komplett neu für mich war. Neues Team, neuer Fachbereich, neue Computerprogramme, neuer Umgang mit Kunden und viel mehr. Es war überwältigend. Und ich habe es gemeistert. Ich habe es geschafft! Nach 1 Jahr kann ich sagen, dass ich meinen Job gut kann und gut bin. Nicht perfekt, aber schon echt gut für einen kompletten Neuanfang.

 

Und doch gehe ich. Jetzt, wo ich gut bin. Einige halten mich vielleicht für verrückt, weil ich einen echt tollen Job aufgebe, der mir Spaß gemacht hat und mich gefordert hat. Ganz so, wie ich es wollte, wie ich es mir gewünscht habe. Doch es ging so nicht weiter, die Arbeitsbedingungen passten nicht zu mir. Ich brauche mehr Ruhe und Regeneration, um wirklich gut sein zu können. In erster Linie war es eine Entscheidung für mich, für meine Freude, und die ging weg von dieser Firma. Hin zu mir. Mit allen Unsicherheiten ging ich also los, hab mit meiner Teamleiterin und meiner Chefin geredet und da sie mir nicht das geben konnten, was ich brauche, gehe ich. So bin ich, ganz oder garnicht.

 

Wie das Mädchen auf dem Bild geh ich meinen Weg. Etwas energisch, entschlossen und voller Tatendrang. Dabei weiß ich nichtmal, wohin ich will ... doch das ist ein anderes Thema.

 

Jetzt ist noch die Zeit des Abschieds. Heute war mein letzter Arbeitstag, ich war noch kurz im Büro und habe meine Sachen zurück gegeben. Es war komisch, den Vormittag war ich ganz mit mir beschäftigt. Zum Glück hat mein Freund mir angeboten mich zu fahren, so konnte ich mich ganz auf mich konzentrieren. Danke, mein Schatz. Es fühlt sich komisch an daran zu denken, dass ich nicht mehr zur Arbeit muss, nicht zu dieser Arbeit muss. Ich glaube es braucht noch Zeit, bis ich realisiere, dass ich tatsächlich arbeitslos bin und gaaanz viel Zeit für mich habe ... danke, Leben. Danke für dieses tolle Jahr.

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Kommentare: 2
  • #1

    Vivienne (Donnerstag, 25 Januar 2018 00:22)

    Huhu :)
    Ich bin gerade über die Schöpfergruppe und Lea Hamann auf deine Webseite gestolpert :)
    So stark was du hier beschreibst.
    Klasse dass du so selbstbestimmt und bewusst damit umgehst. Das bewundere ich gerade.
    Wie hast du das für Dich regeln können dass du einfach "arbeitslos" bist?
    Hast du Geld angespart?
    Im Lotto gewonnen?
    Beim Universum Zeit bestellt? ^^
    Alles Liebe und viel Freude mit Deiner erschaffenen Lebenszeit.
    Alles Liebe

    Vivienne ♡

  • #2

    Mandy (Freitag, 26 Januar 2018 19:31)

    Hallo Vivienne,
    ich weiß leider noch nicht, wie ich auf deinen Kommentar antworten kann ... :) deswegen schreib ich mal so hier drunter.
    Ich hatte einen befristeten Arbeitsvertrag und als das Gespräch mit meiner Chefin anstand, ob ich verlängern will und was ich mir so vorstelle, habe ich die Gelegenheit genutzt und ihr gesagt, dass wir den Vertrag am besten gar nicht verlängern. Nach längerem hin und her, ob nicht doch ne andere Position in der Firma passend wäre, bin ich meiner Freude gefolgt und hab den Vertrag nicht verlängert. Deswegen bekomme ich Arbeitslosengeld, was mich die nächste Zeit trägt.
    Kurz vor dem Gespräch mit meiner Chefin, genauer gesagt am Wochenende davor, war ich beim "One Day in Berlin" mit Stefan Hiene. Obwohl mir das da noch nicht bewusst war, war meine Freude so klar, was jetzt für mich ansteht und das war bzw. ist eben meine Auszeit.

    Du bist übrigens die Erste, die mir hier einen Kommentar geschrieben hat. Ich war ganz schön aufgeregt deswegen :) Also, danke dir! <3
    Mandy