Shopping STOPP

vor einigen Tagen hat mich eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass ich mein Geld kopflos ausgebe (für Kleidung, Lebensmittel, Zeug ...), weil ich damit ein Bedürfnis befriedigen will. Bedürfnisse sind ja grundsätzlich etwas Gutes, im Prinzip wollen wir doch ständig welche erfüllt haben. Im besten Sinne. Problematisch wird es, wenn ich meine Bedürfnisse mit etwas stille, was mir kurz- oder langfristig schadet. Das ist bei mir das Einkaufen. Es ist nicht krankhaft, im Sinne von Kaufrausch oder so, aber jetzt wo ich dies schreibe, fällt mir schon auf, dass es schräg ist. Ich meine, ich stille ein Bedürfnis (wonach weiß ich selbst noch nicht genau), indem ich losziehe und meistens ziemlich viel unnötiges Zeug kaufe. Dabei würde ich eigentlich gerne mal was sparen, meine Schulden zurückzahlen, Urlaub machen, nicht losziehen und einkaufen, nur weil Geld auf dem Konto ist.

 

Das hat mich alles die letzten Tage beschäftigt - in Kurzform :) alles begleitet von einem Gefühl, dass ich nicht wirklich das mache, was mir Freude bereitet. Heute fiel mir dann der Blog bemorewithless.com in die Hände bzw. eine Mail von der Bloggerin Courtney, dessen Newsletter ich schon länger abonniert habe, hat mich neugierig gemacht. Sie beschäftigt sich mit Minimalismus und einem Leben, das auf das für sie Wichtige reduziert ist. Und wie das dann so ist, bin ich auf der Seite von einer jungen Frau gelandet, die sich selbst für 1 Jahr ein Shopping Verbot erteilt hat. Damit hatte sie mich ...

Einkaufen. Ja, kurz zu meiner Ausgangssituation: sobald ich Geld habe, geschenkt bekomme oder verdiene verspüre ich SOFORT den Drang, es auszugeben. Manchmal sogar schon, wenn ich nur weiß, dass ich Geld bekomme. Dann schmiede ich Pläne, was ich wann kaufen will, was ich tolles kochen will - wofür ich natürlich irgendwelche teuren Lebensmittel brauche, oder was ich sonst noch so brauchen könnte. Letztes Beispiel: meine Fahrradhose ist langsam kaputt. Sie bekommt ein Loch direkt neben dem Sitzpolster. Seit ich bei Decathlon gesehen habe, dass es eine tolle Mountainbike-Hose gibt (die 4x so teuer ist wie die einfache Schwarze), spüre ich den Drang, sie zu kaufen. Ich will sie unbedingt haben. Ja, sie ist hübsch, aber auch ja, die schwarze Günstige tut's auch. Zum Glück war es die letzten Tage sehr heiß, dass ich nicht gleich losgezogen bin.

 

Nun zu meinem Plan: 1 Jahr nicht shoppen.
Dafür will ich mir selbst ein paar Regeln aufstellen.

- Schminke brauche ich so selten, dass ich wahrscheinlich keine Neue brauche.

- Kleidung habe ich mehr als genug, die auch gut passt. Zu kleine Sachen sind auch dabei, doch Schrank ausmisten kommt.

- Lebensmittel, ja, da kaufe ich nur, was ich wirklich brauche. Ich koche bevorzugt mit dem, was Zuhause ist. Kein "die Tage will ich mal dies und jenes kochen" - nein, nur noch "das brauche ich wirklich". Das wird schwer ...

- Fahrradteile/-zubehör habe ich. Falls etwas kaputt geht, und nur dann, kaufe ich das neu.

- Auto: funktioniert. Klimaanlage muss noch repariert werden, ansonsten auch hier nur, wenn was kaputt geht.

- Wohnung: meine Wohnung ist komplett ausgestattet.

- Drogerie, hachja, mein liebster dm. Dich werde ich nur noch besuchen, wenn ich etwas brauche, was ich tatsächlich täglich nutze. Und kaufe auch nur, was ich wirklich brauche. Cremes und Shampoo haben wir aus der Apotheke und das holen wir auch nur neu, wenn das Alte leer ist.

 

Ich glaube, das war's. Falls mir noch etwas einfällt, ergänze ich die Liste.

Da hab ich mir ja was vorgenommen ... und damit es mir leichter fällt, mich dran zu halten und vor allem, um mir selbst treu zu bleiben, werde ich meine Fortschritte, Rückschläge, Gefühle, Gedanken und alles andere mit euch teilen.

 

Jetzt verabschiede ich mich in diesen - endlich mal - kühlen Sommerabend und frage mich "was brauche ich tatsächlich?"

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